Die Solothurner Regierung hielt in der Antwort auf eine Anfrage des Freisinnigen Daniel Probst und Unterzeichnenden aus weiteren Fraktionen klar fest, dass das Solothurner Gesundheitswesen stark auf Personal aus dem Ausland angewiesen ist.
Eine Umfrage bei den Solothurner Spitälern, den Alters- und Pflegeheimen sowie den Spitexorganisationen hat ergeben, dass insbesondere in den Spitälern und Heimen die Anzahl Mitarbeitender mit Diplomen aus EU-Staaten innert zehn Jahre massiv angestiegen ist. Einzig bei den Spitex-Organisationen spielt ausländisches Personal eine weniger wichtige Rolle. Alle Organisationen gehen davon aus, dass in der nahen Zukunft noch deutlich mehr Fachpersonal aus dem Ausland benötigt wird.
Für die SP-Fraktion hielt Melina Aletti fest, dass in den kommenden Jahren grundsätzlich mehr Personal erforderlich sei, da die Menschen hier allgemein älter werden und jetzt grosse Jahrgänge in ein Alter kommen, wo ihr Bedarf an medizinischer Betreuung steigt. Gleichzeitig kommen kleinere Jahrgänge neu ins Berufsleben, womit der Bedarf nach ausgebildetem Personal aus dem Ausland weiter steigen wird. «Ich möchte mir nicht vorstellen, wie es ohne diese Fachpersonen wäre: Längere Wartezeiten, weil es nicht mehr genügend Ärztinnen und Pflegende hat, oder schlechtere Betreuung, weil die wenigen, die verbleiben, noch stärker überlastet sind.»
Schliesslich stellte sie fest, dass jene Parteien, die die Umsetzung der Pflegeinitiative behindern, die Arbeitsbedingungen und damit die Attraktivität der Gesundheitsberufe torpedieren.
Auch wenn weder in den Fragen noch in den Antworten ein Hinweis auf die bevorstehende Abstimmung zur Chaos-Initiative vorkam, war allen klar, worüber gesprochen wird. Dabei leistete sich der SVP-Sprecher ein Eigentor, als er kritisierte, der Vorstoss sei von Economiesuisse gesteuert und in mehreren Kantonen gleich eingereicht worden. Denn direkt anschliessend ging es nämlich genau um einen der SVP-Vorstösse, die sie gleichlautend in mehreren Kantonen zu den EU-Verträgen eingereicht hatte…
Präsidium SP/junge SP Fraktion
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