Die SP Frauen Kanton Solothurn haben am 8. Januar 2026 ihre zweite Jahresversammlung im Jurasaal der Jugendherberge Solothurn durchgeführt. Die versammelten Frauen blickten auf das Gründungsjahr zurück und tauchten in das Leben der Polit-Pionierin Katharina Muff ein.
“Es war ein politisches Jahr” - mit diesen Worten startete Nicole Schüpbach, Co-Präsidentin der SP Frauen Kanton Solothurn den Jahresrückblick. Genau vor einem Jahr wurde die SP Frauen im Kanton Solothurn erneut gegründet. “Mit einer klaren Botschaft: Wir sind da und wir bleiben”, resümiert Schüpbach. Das Jahr war geprägt von diversen Abstimmungskämpfen und den Wahlen rund um den Regierungs- und Kantonsrat sowie die Gemeinderatswahlen, in welchen sich zahlreiche Frauen durchsetzten und Ämter bezogen. Neben dem Jahresbericht genehmigten die anwesenden Mitglieder auch die Jahresrechnung 2025. “Wir durften uns über grosszügige Spenden freuen”, informierte Kerstin Bütschi, Co-Präsidentin der SP Frauen Kanton Solothurn. Der Vorstand wurde entlastet und anschliessend bestätigt: Das Co-Präsidium sowie die weiteren Vorstandsmitglieder wurden für eine weitere Amtsperiode wiedergewählt. Zudem diskutierten die SP Frauen die Vorlagen der eidgenössischen und kantonalen Abstimmungen vom 8. März 2026. Bei den eidgenössischen Abstimmungsvorlagen wurde deutlich Ja gesagt zu Individualbesteuerung und zur Klimafonds-Initiative. Hingegen ein klares Nein gab es für die SRG-Initiative sowie zur Vorlage “Bargeld ist Freiheit”, hier wurde Ja zum Gegenvorschlag gesagt. Die Versammlung beschloss zu drei von vier kantonalen Vorlagen die Ja-Parole. Zur Vorlage “Weiterverrechnung der Verwaltungskosten für die Durchführung der Alimentenhilfe an die Einwohnergemeinden” konnte keine Parole gefasst werden.
Unsichtbare Frauengeschichten
Im zweiten Teil der Jahresversammlung gab die Historikerin und SP-Politikerin Edith Hiltbrunner einen eindrücklichen Einblick in die Herausforderungen der Erforschung weiblicher Lebenswelten. Am Beispiel der Solothurner Polit-Pionierin Katharina Muff zeigte sie auf, weshalb die Leistungen von Frauen in der Geschichte oft unsichtbar bleiben und wie wichtig deren historische Aufarbeitung für die Gleichstellung ist. “Das grosse Problem in der Forschung von Frauen stellt der Fakt dar, dass Frauen weniger Quellen hinterlassen und diese oftmals den Weg nicht ins Archiv finden, sondern wegen scheinbarer Irrelevanz weggeworfen werden”, informierte Hiltbrunner die Anwesenden. Sie konnte jedoch auch einen hoffnungsvollen Ausblick machen, denn es gebe immer mehr Bestrebungen, Frauen sichtbar zu machen - sei es im Historischen Lexikon der Schweiz oder lokal z.B. mit dem Komitee “Oltnerinnen sichtbar machen”. Das Referat stiess auf grosses Interesse und führte zu einer lebhaften Diskussion.
Die SP Frauen Kanton Solothurn blicken motiviert auf das kommende Jahr und setzen sich weiterhin engagiert für die politische und soziale Gleichstellung ein.
Kontakt:
SP Frauen Kanton Solothurn
Kerstin Bütschi und Nicole Schüpbach, Co-Präsidium SP Frauen Kanton Solothurn
077 414 44 78 / 079 042 26 13
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