SoH: Versagt hat die Führung

Die Enthüllungen bei der Solothurner Spitäler AG sind gravierend. Die Vorgänge müssen lückenlos aufgearbeitet und die Verantwortlichkeiten konsequent geklärt werden. Eines ist deutlich: Die Verantwortung liegt bei Führung und Aufsicht – nicht bei den Mitarbeitenden, die täglich die medizinische Versorgung sicherstellen.

Wer die Affäre nun als Vorwand für Sparprogramme, Leistungsabbau oder zusätzlichen Druck auf das Personal nutzt, bekämpft nicht die Ursachen des Problems. Im Gegenteil: Damit würde die Gesundheitsversorgung weiter geschwächt und die Krise auf jene abgewälzt, die sie nicht verursacht haben.

Die Mitarbeitenden der Solothurner Spitäler halten den Betrieb seit Jahren unter anspruchsvollen Bedingungen aufrecht. Sie verdienen Rückhalt. Eine starke öffentliche Gesundheitsversorgung braucht qualifiziertes Personal, gute Arbeitsbedingungen und eine Führung, die Verantwortung übernimmt.

Die Solothurner Bevölkerung hat Anspruch auf Spitäler, die transparent geführt werden, sorgfältig mit öffentlichen Geldern umgehen und einer wirksamen Aufsicht unterstehen. Jetzt braucht es einen Neuanfang: vollständige Aufklärung, klare Konsequenzen und eine Führungskultur, die ihrer Verantwortung gegenüber den Mitarbeitenden, den Patient:innen und der Öffentlichkeit gerecht wird.

Luc Nünlist, Kantonsrat SP, Olten

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