Schulstart in der Regelklasse – auch für auffällige Kinder

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Sessionsrückblick März

Eine recht ungewöhnliche Vorgeschichte hatte das Geschäft zur Reduktion von Sonderschulplätzen. Es geht darum, dass Kinder wieder in der Regelklasse starten, die zurzeit schon in den ersten Schuljahren in separaten Klassen der Sonderschule platziert werden, dies nicht aufgrund einer medizinischen Diagnose, sondern meist aufgrund auffälligen Verhaltens.

Der Start in der Regelklasse hat mehrere Vorteile: Sie besuchen die Schule am Wohnort, was bei der Sonderschulung meist nicht der Fall ist, und ihre Chance, weiterhin eine Laufbahn in der Regelklasse zu absolvieren, ist massiv höher als die Chance, von der Sonderschule in die Regelklasse zurückzukehren.

Der Haken daran: Die Lehrpersonen der Regelklassen stossen schon mit der aktuellen Klassenzusammensetzung an Grenzen. Die Bildungskommission des Kantonsrats legte sich richtig ins Zeug, um eine tragbare Lösung vorzulegen. Nahezu einstimmig folgte der Kantonsrat nun ihrem Antrag. Dieser sieht einen Pilotversuch vor, und erst nachdem dieser ausgewertet und von der Bildungskommission positiv beurteilt ist, geht es an die Umsetzung im ganzen Kanton. Für die SP hielt Nicole Wyss fest: «Das Ziel ist eine Schule, die möglichst vielen Kindern gerecht wird – ohne Ausgrenzung.» Damit der Versuch gelinge, brauche es einerseits Unterstützung durch Fachpersonal im Klassenzimmer, andererseits einen guten Einbezug der Eltern.

Lange Zeit zeigte sich der Berufsverband der Lehrpersonen LSO skeptisch. Deren neuer Präsident Michael Ochsenbein, der für die Mitte im Parlament sitzt, hielt fest, dass die Entwicklung des Auftrags gegenüber einer ersten Version positiv sei. Er betonte jedoch, dass viele Lehrpersonen «am Anschlag sind», weil es zunehmend Probleme mit Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten gebe. Die Lehrpersonen stehen aber positiv zum vermehrten Einsatz von Sozialpädagog:innen anstelle von Heilpädagog:innen.

Bildungsdirektor Mathias Stricker wies nochmals darauf hin, dass es schwierig sei, Kinder später von der Sonderschule in die Regelschule zurückzuführen. Die Umsetzung des Auftrags sei «eine hohe Kunst». Es sei zu beachten, dass es weiterhin Kinder geben werde, die die Sonderschule brauchen, die der Kanton ebenfalls nicht vernachlässigen wolle.

Dieser Text erscheint im Rahmen des Kantonsrats-Newsletters an alle Mitglieder der SP Kt. Solothurn vom März 2026.

Präsidium SP/junge SP Fraktion

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Co-Präsidentin der Fraktion und Kantonsrätin

Silvia Fröhlicher

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