Die SP ist beunruhigt über die Entwicklung an unseren Volksschulen. In grosser Zahl aufgegleiste, aber mangelhaft vorbereitete und ungenügend aufeinander abgestimmte Bildungsreformen werden aus Sicht der SP die Qualität an unseren Volksschulen nachhaltig gefährden. Im Reformeifer ist der kantonalen Bildungsverwaltung die Erkenntnis abhanden gekommen, dass Bildungsqualität im Schulzimmer und im Schulhaus erzeugt wird. Die SP fordert deshalb, dass sich die Bildungsverwaltung auf das Wesentliche und Machbare konzentriert und bei den Reformen die Stärkung des Lehrerberufs und die Verbesserung der finanziellen und inhaltlichen Rahmenbedingungen voranstellt.

Zur Stärkung des Lehrerberufs: Die SP anerkennt, dass einige Erziehungsdirektoren nun geeint und mit schnellen, pragmatischen Mitteln dem Lehrermangel begegnen wollen und Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern eine attraktive pädagogische Ausbildung ermöglichen wollen. Dies allein reicht jedoch nicht: Um den Mangel an genügend ausgebildeten Pädagogen zu bekämpfen, muss der Kanton Solothurn dringend auch Verbesserungen bei den Anstellungsbedingungen der Lehrerinnen und Lehrer vornehmen. Er muss dringend dafür sorgen, dass unsere gut ausgebildeten und erfahrenen Lehrpersonen an unseren Schulen bleiben und nicht durch ein verbürokratisiertes und gleichzeitig vertriebswirtschaftlichtes Volksschulwesen aus dem Schuldienst vertrieben werden. Schliesslich hat der Kanton auch die Aufgabe, die Ausbildung an unserer pädagogischen Hochschule wieder stärker an die Praxis anzubinden und den Ausbildungsstandort Solothurn nicht preiszugeben.

Zur Verbesserung der finanziellen und inhaltlichen Rahmenbedingungen: Namentlich die Umsetzung der schulischen Integration bereitet der SP echte Sorgen. Auch heute, rund sieben Jahre nach dem Start dieses Reformprojekts sind die inhaltlichen und finanziellen Rahmenbedingungen noch völlig ungeklärt. Auch mit der erst seit einem Jahr eingerichteten Projektstruktur ist es nicht gelungen, die wichtigen Fragen zu bereinigen. Der Ausstieg der Lehrerorganisationen aus der Projektarbeit ist für die SP ein Alarmzeichen. Sie fordert deshalb umgehend Transparenz bezüglich der Rahmenbedingungen und genügend finanzielle Mittel zur Umsetzung des Integrationsprojektes. Die SP wird sich mit allen Mitteln dagegen wehren, dass dieses Reformprojekt zur Sparübung verkommt und damit die Qualität in unserer Volksschule gefährdet.

Die SP hat die für die Zukunftsfähigkeit unserer Volksschule wichtigen Bildungsreformen immer unterstützt und mit eigenen Vorstössen auch wesentlich geprägt. Sie kann es aber nicht weiter akzeptieren, dass gute Reformansätze durch eine chaotische und schludrige Umsetzung in ihr Gegenteil verkehrt werden.

Für Fragen und weitere Auskünfte:

Kantonsrätin Franziska Roth: 078 719 66 51

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