In der November-Session behandelte der Kantonsrat Traktanden von A wie Aufträge über G wie Gesetzesvorlagen bis zu Z wie Zonenplanrevison. Auch die Vielfalt ist beeindruckend. Auf der einen Seite die Verfassungsänderung wegen des Wirtschaftsgesetzes, auf der andern Seite die Interpellation von Simon Esslinger (SP Seewen) zur Fachstelle für Bienen und zur Imkerei. Exemplarisch berichte ich hier über Kultur- und Bildungsthemen.

Kunst am Bau

Ein Auftrag verlangte, dass Kredite für die künstlerische Ausschmückung von kantonalen Bauten auf 50'000 Franken beschränkt werden sollen. Der Kanton Solothurn hat kein Budget für Kulturförderung, im Gegensatz zu anderen Kantonen. Kultur wird im Kanton über den Lotteriefonds gefördert und finanziert. Bei Bauprojekten wird zudem ein kleiner Teil des Baukredites für Kunst am Bau eingeplant. Der Anteil liegt unter 0.5% der Rohbausumme.

Franziska Roth (SP Solothurn) sprach sich für die bisherige Praxis aus. In früheren Jahrhunderten wurde deutlich mehr Geld in die künstlerische Ausschmückung investiert als heute. Kirchen, Brunnen mit ihren Figuren und Denkmäler sind aus unseren Städten und Dörfern nicht wegzudenken und machen den öffentlichen Raum attraktiv. Es sind Werke, die über lange Zeit bestehen bleiben und von unserer Kultur zeugen. Die SP erachtet die heutige Praxis als sinnvoll und massvoll. Sie hat sich bewährt und soll beibehalten werden. Diese Meinung vertrat auch die Mehrheit des Kantonsrates.

Lehrplan 21

Einmal mehr stand ein Vorstoss zum Lehrplan 21 zur Debatte. Dieser verlangte, dass die Einführung des Lehrplan 21 zu unterbinden sei. Die SP findet: So geht das nicht!

Der Lehrplan 21 ist ein gemeinsames Projekt aller Deutschschweizer Kantone. Die vielen kantonal unterschiedlichen Lehrpläne sollen einander angeglichen und durch einen gemeinsamen Lehrplan abgelöst werden. Eine überwältigende Mehrheit der Schweizer Bevölkerung hat dieses Anliegen unterstützt, als sie 2006 den Bildungsartikel mit 85% Ja Stimmen angenommen hat. Die Westschweizer Kantone haben bereits seit vier Jahren einen gemeinsamen Lehrplan.

Im Vorstoss wurde bemängelt, der Lehrplan 21 sei ein Monstrum und realitätsfremd.. Bei der Einreichung des Auftrages war bekannt, dass der Lehrplan 21 aufgrund der Rückmeldungen überarbeitet wird. Anstatt die neue Fassung abzuwarten, wurde der Lehrplan 21 kategorisch abgelehnt. Dies kam denn auch in der Debatte zum Ausdruck.

Kompetenz heisst Können

Umstritten im Lehrplan 21 ist die sogenannte Kompetenzorientierung. Das heisst, ein Kind soll nicht nur einfach einen Text lesen können, sondern es soll ihn auch verstehen. Oder es soll nicht nur rechnen, sondern auch beurteilen können, ob das Resultat auch stimmen kann.

Mathias Stricker (SP Bettlach) sprach sich für die Einhaltung demokratischer Spielregeln aus. Wir respektieren Volksentscheide und arbeiten an einem gemeinsamen Lehrplan mit. Der aktuelle Solothurner Lehrplan sei in die Jahre gekommen. Ein Alleingang könne sich Solothurn schon finanziell gar nicht leisten. Grundsätzlich stimme der Entwurf und die eben veröffentlichte Version sei deutlich schlanker geworden. Die Details müssten jetzt studiert werden, eine Ablehnung zu diesem Zeitpunkt sei reine Zwängerei.Der Kantonsrat sprach sich deutlich für ein kompetentes Vorgehen aus und lehnte den Auftrag ab.

 

21. Nov 2014