Simon Bürki, Kantonsrat
Die Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung, die Lehrerschaft oder auch das Personal der Solothurner Spitäler AG sind zwingend bei der kantonalen Pensionskasse (PKSO) versichert. Das trifft auf die Organisationen mit Anschlussvertrag nicht zu (wie z.B. Einwohnergemeinden, Zweckverbände oder auch Institutionen im Alters- und Behindertenbereich). Sie können ihre Verträge künden.

Dies haben leider bereits einige Gemeinden und Einrichtungen gemacht. Mit jedem Austritt nimmt das Risiko für die verbleibenden Anschlussmitglieder und Versicherte zu. Weniger Versicherte bedeutet auch ein reduziertes Vorsorgekapital, das für die Erreichung der Sollrendite zur Verfügung steht. Diese negative Entwicklung bereitete mir Sorgen.

Leider stehen den Abgängen keine Zugänge gegenüber. Dazu kommt, dass die aktuellen Anschlussverträge der PKSO es zulassen, dass Unternehmen mit Anschlussvertrag nur mit den aktiv Versicherten die Kasse wechseln können. Damit nimmt der Rentneranteil in der PKSO überproportional zu. Das Risiko verbleibt beim Kanton. Das darf nicht sein.

Die Leistungen der kantonalen Pensionskasse reichen anscheinend heute nicht mehr um im Wettbewerb genügend attraktiv zu sein. Daher habe ich eine umfassende Interpellation zum Handlungsbedarf eingereicht, die u.a. Fragen stellt zur Gesamtstrategie: Status quo oder flexible Anschlussverträgen wie in anderen Kantonen. Zudem könnte mit verschiedenen wählbaren Anlagestrategien und Leistungsangebote die Attraktivität und Flexibilität für die Anschlussmitglieder erhöht werden. Bei der Präsentation des Geschäftsberichts 2016 lies die PKSO durchblicken, dass ein Strategieprozess eingeleitet werde um u.a. über eine «Individualisierung der Anlagestrategie» zu diskutieren. Zudem ist eine Arbeitgebertagung für angeschlossene Mitglieder geplant, um einer weiteren Abwanderung von Einwohnergemeinden oder anderen Organisationen zu begegnen, Dies zeigt, dass meine Interpellation bereits Wirkung gezeigt hat. Das freut mich. Die PKSO muss   gestärkt werden: Im Interesse aller Versicherten, dem Kanton und der Steuerzahler!

10. Apr 2017