Wie fast überall in der Schweiz begann die Arbeiterbewegung auch in Balsthal mit einem Grütliverein, welcher 1887 gegründet wurde. Diesem gehörten neben einzelnen Dorfhandwerkern hauptsächlich Giesser und Schlosser des Eisenwerks Klus an. Ein wichtiges Ziel des Grütlivereins war die „demokratische Bildung“ der sozial benachteiligten Arbeiter. „Durch Bildung zur Freiheit“ stand denn auch auf der ersten Vereinsfahne. Zu diesem Zweck wurden eine Bibliothek geführt, Volkstheater gespielt und Politik gemacht.

1917 Gründung der Sozialdemokratischen Partei Klus-Balsthal

Die Situation der Arbeiter verschlechterte sich am Anfang des 20. Jahrhunderts zusätzlich durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Teuerung verursachten grosses Leid unter der Arbeiterschaft. Der notleidenden Bevölkerung wurde immer stärker bewusst, dass vor allem die Sozialdemokraten und die Gewerkschaften für ihre Anliegen eintraten. Dies zeigte sich bei den Wahlen von 1917 deutlich. Die SP gewann 14 neue Sitze im Kantonsrat, und Dr. Hans Affolter, ein ehemaliger Balsthaler Grütlianer, wurde erster SP-Regierungsrat. Dieses Erstarken der Arbeiterschaft hatte ihre Auswirkungen bis in die Klus. Hier trafen sich am Samstagabend des 13. Januars 1917 zwanzig Männer im Restaurant „Alt Falkenstein“, um die Sozialdemokratische Partei Klus-Balsthal zu gründen.


Restaurant Alt Falkenstein in der Klus, während Jahrzehnten Parteilokal der SP Balsthal

Die SP- Familie der 60er, 70er und 80er-Jahre

Feldschlösschen, Warteck, Pöstli und Brauerei hiessen damals die Dorfbeizen. Hier hielten die Balsthaler Sozialdemokraten ihre unzähligen Parteiversammlungen ab. Der Einsatz der ca. zwei Dutzend Aktiven war gross und erreichte jeweils bei der sogenannten Agitation (Hausbesuche vor Wahlen und Abstimmungen) ihren Höhepunkt. Führende Kräfte der Partei waren damals die Präsidenten Markus Baumgartner, Kurt Brunner, Alfred Heldstab und Heidi Latscha, welche 1977 als erste Sozialdemokratin in den Balsthaler Gemeinderat gewählt wurde.

Neue Leute mit neuen Ideen

Gegen Ende der 80er-Jahre brachten die Neumitglieder Hansueli Immer, Rolf Meyer und Martin Frei frischen Wind in die SP. Sie prägten den neuen kritischen, sozialen und umweltfreundlichen Kurs. 1992 öffnete sich die SP auch für unabhängige Einwohnerinnen und Einwohner. Heute besteht die Partei aus einer aktiven Gruppe von ca. einem Dutzend Vorstands- und Kommissionsmitgliedern. Daneben gibt es ca. 50 Sympathisantinnen und Sympathisanten, welche die Partei ideell und finanziell unterstützen.
Am 13. Jan. 2017, also genau 100 Jahre nach der Gründung, feierten die aktiven Parteimitglieder das runde Jubiläum ihrer Sektion im Restaurant „Burg“ in der Klus. Anwesend war auch die gesamte SP-Prominenz, angeführt von der Festrednerin und Regierungsratskandidatin Susanne Schaffner. Am Ende der gediegenen Feier war vor allem eines klar: 100 Jahre nach der Wahl des ersten SP-Regierungsrates ist es höchste Zeit für die erste SP-Regierungsrätin!

18. Jan 2017