Seit 130 Jahren wird auf der Strasse der 1. Mai gefeiert und dabei für die Rechte aller Arbeitnehmenden gekämpft. Über Jahrzehnte wird Solidarität gefordert. Zum ersten Mal überhaupt in der Geschichte dürfen auf Grund der Corona-Krise keine Strassenfeste und Manifestationen für Gerechtigkeit und Solidarität stattfinden. Für Arbeitnehmende ist dies ein grosser Einschnitt in die persönlichen Rechte, aber leider notwendig. Diese Tatsache bedeutet jedoch nicht, dass auf die aktuellen Probleme nicht aufmerksam gemacht werden kann. GbS und SP machen es virtuell, mit einem informativen Video mit vielen Bildern, Liedern und zahlreichen Statements von Genoss*innen und Kolleg*innen. Zu sehen ist dieses auf www.sp-so.ch und www.gbs-online.ch

Der Präsident des Gewerkschaftsbundes Kanton Solothurn stellt in seiner Einleitung klar, «man sei entschlossen die berechtigten Forderungen trotz Corona durchzubringen und nehme die Regierung beim Wort, dass niemand durch die Maschen fallen werde». Zudem stehe auch die Wirtschaft vor grosse Herausforderungen, so Markus Baumann.

Regierungsrätin und Vorsteherin des Departements des Innern konstatiert, dass Solidarität heute eine ganz reale Bedeutung habe und «wir müssen alle für eine funktionierendes System einstehen».

Auch Rolf Hasler, Präsident des 1. Mai-Komitees in Solothurn, tut es weh, dass zum ersten Mal seit 1890 Arbeiterinnen und Arbeiter nicht auf die Strasse gehen dürfen. Die Krise zeige unter Anderem auf, wie wichtig es sei, gegen Tendenzen einer Zweiklassenmedizin zu kämpfen. Trotz Demo at home, «ich freue schon auf das nächste grosse und real stattfindende Fest der Arbeiterbewegung».

Und auch Franziska Roth, langjährige Präsidentin der Sozialdemokrat*innen des Kantons Solothurn resigniert keineswegs. Sie mache sich ihre eigene Demo und «danke dabei allen Menschen für ihren Einsatz in der Krise». Allerdings stellt die Nationalrätin klar, dass «klatschen und danken allein nichts nützt. Jetzt braucht es Taten statt Worte: anständige Löhne für alle, denn welche Berufe systemrelevant seien, wisse nun hoffentlich jeder und jede».

Unia-Sekretär Ivano Maraffino stellt klar „es gibt nicht nur systemrelevante Banken, sondern auch systemrelevante Berufe, aber der grosse Unterschied liegt darin, dass in der Pflege, Logistik, Kinderbetreuung, im Detailhandel usw. Löhne bezahlt werden, die im Gegensatz zu denjenigen der Banken miserabel sind“. Dies müsse sich ändern, so der Gewerkschafter.

Auch Urs Huber, SP Kantonsrat und Sekretär beim SEV moniert, dass der 1. Mai so aktuell stattfindet wie noch nie und weiter „alles was im Staat so typisch sozialdemokratisch ist, hilft den Menschen und der Wirtschaft“

Für Rückfragen:
Markus Baumann, Präsident GbS, 079 435 64 47, markus.baumann@unia.ch
Franziska Roth, Präsidentin SP Kanton Solothurn, 079 719 66 51, franziska.roth@parl.ch 

01. Mai 2020